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Struthof

An dem Stamm der Tanne befestigt, hängt das Kloster Sankt Ottilien. Der auf dem gleichnamigen Berg stehende Wallfahrtsort ist mit über 2 Millionen Besuchern im Jahr eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Elsass. Die Aussicht, die weit über die Rheinebene reicht, ist überwältigend. Die Ottilienlegende gilt als einer der Gründungsmythen des Elsass. Als Tochter des Herzogs Echito und seiner Frau Bersinda kam Ottilie blind zur Welt, was ihren Vater dazu veranlasste, das nutzlose Kind sofort töten zu lassen. Das Leben von Ottilie konnte nur gerettet werden, indem das Kind in ein Kloster gegeben wurde. Im Alter von 12 Jahren geschah anlässlich ihrer Taufe das Wunder: Ottilie konnte wieder sehen. Auf Betreiben ihres jüngsten Bruders begab sich die Heilige wieder nach Hause. Worauf der über ihre Rückkehr erboste Vater den Bruder zu Tode schlug, den aber Ottilie durch ein weiteres Wunder wieder zum Leben zurückzuerwecken vermochte. Ottilie musste erneut flüchten und entkam den Häschern ihres Vaters nur, indem sich in einem Wald bei Freiburg verbarg, wo sich der Felsen auftat und eine schützende Höhle freigab. Die heilige Ottilie gilt bis heute als Beschützerin der Blinden.

Rechts und links neben dem Ottilienberg staffeln sich Burgen, deren Umrisse auf Aquarelle des Schriftstellers Victor Hugo (geb. 26. Februar 1802 in Besançon; gest. 22. Mai 1885 in Paris) zurückgehen, der in seinen zufälligen Tinten- und Kaffeeklecksereien die absurdesten Fabelwesen und Burgen entdeckt hatte.

Etwas weiter unten befindet sich auf einem Eichenblatt das KZ Struthof, das der Autor, Karikaturist und Kinderbuchillustrator Tomi Ungerer mit den Worten beschrieb:

"In den Vogesen bei Natzwiller hatten die Nazis das höchstgelegene KZ Deutschlands errichtet: den Struthof. Idyllisch mit Sicht auf die Rheinebene, nicht weit vom Odilienberg, dem Wallfahrtsort der heiligen Odilia, der elsässischen Schutzpatronin. Vor dem Galgen, begrüsst vom Kommandanten Kramer, die Transporte als 'Nacht und Nebel' bezeichnet, lieferten das Material für die Zwangsarbeit in Steingruben und für die Experimente mit Giftgas und Typhus."

Am Fuß der Tapete breitet sich ein Spargelfeld aus, das gerade von polnischen Fremdarbeiterinnen abgeerntet wird. Neben Schnecken, Sauerkraut und Gänseleber zählt auch der Spargel zu den kulinarischen Spezialitäten des Elsass.

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 Florian Haas / Grafik / Hansitapete / Struthof